Von Lviv nach Kiew

 

Heute bin ich extra schon um sechs aufgestanden. Wollte fruehzeitig weg. Einmal um noch vor der grossen Hitze einige KM zu machen und zum anderen lag mit 550km eine eher lange Etappe vor mir.

Um halb acht bin ich dann auch weggekommen. Schon wieder schweissgebadet von der bloeden Packerei. Na ja, was solls.

 

Die Strassen in Lviv bieten schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das was mich noch erwartet. Kopfsteinpflasten mit bis zu 20cm Hoehenunterschied je Fahrbahnseite und dazwischen Strassenbahnschienen. Da macht Spurwechsel richtig Spass. Zudem kommen natuerlich noch die vielen Schlagloecher. Das kann ja heiter werden.

 

Die ersten 200 km waren dann richtig schoen zu fahren. Nicht zu heiss, Landstrasse mit wenigstens ein paar Kurven und eher schattig.

Den Rest koennt ihr euch denken. Autobahn, langweilig, heiss/

Aber ich hatte meine 5. Erkenntniss - Wusstet ihr dass es wohl verboten ist an Autobahnrasttaetten Schattenplaetze anzubieten.  In allen Laendern bisher waren auf den Rastplaetzen Baeume mit max. 2,50m Hoehe. Da kriegst Du keinen Schatten, egal wie du dich hinstellst.

 

Anfangs ist es eher ungewoehlich in der Ukraine zu fahren. 

An Geschwidigkeitsbegrenzungen haelt man sich nur wenn Polizei in Sicht ist. Ansonsten wird gefahren was das Zeug haelt. Innehalb geschlossener Ortschaften ist normal 60, ich fuhr 80, war dabei aber meisst der langsamste.

Wobei es nicht immer klar zu unterscheiden ist, wann man nun in geschlossenen Ortschaften faehrt. Da ist es auch egal ob 2 oder 4 spurig. Ploetzlich kommt mal einen Ampel oder ein Fussgaengerueberweg. Und das dann bei 130. Da kommt Freude auf wenn wirklich mal jemand ueber die Strasse lauft.

 

Alles in Allem bin ich aber gut vorangekommen. War bereits um halb drei in Kiew im Hotel. Waren immerhin 550km. Erstaunlich schnell trotz Raucher-Schulter.

 

So jetzt bin ich noch gespannt ob ich mein Ladekabel heute wirklich bekomme. Dann koennte ich auch mal Fotos hochladen.

 

Morgen sehen wir weiter. Dann bis zur Russischen Grenze oder drueber. mal sehen.

 

Ladekabel ist wirklich angekommen Juhuhu.

Dummerweise hab ich aber jetzt meinen USB-Stick verloren. Da sind meine ganzen Reisedaten und Kopien von den Dokumenten drauf- Ich bin der Held der Welt - Mist.

 

Am Abend war ich noch kurz in Kiew bummeln. Da kam ich zufällig an einem magischen (für mich) Ort vorbei, der mich tief berührte.

Im Video kommt es leider nicht so gut rüber, aber ihr müsst euch einen großen Platz vorstellen, mit 5 großen Springbrunnen, bewegender Musik, ganz vielen Menschen und im Hinergrund ein überdimensionales Plakat mit der Aufschrift  "FREEDOM IS OUR RELIGION".

Vor dem Hintergrund der Lage in der Ukraine war das für mich sehr beeindruckend.

Für eine gewisse Zeit konnte ich einfach nur im Hier und Jetzt sein, den Auzgenblick genießen und bei mir ankommen - d.h. ich fühlte mich Zuhause - in mir selbst.

 

Tolle Erfahrung.

 

 

Kiew vom Hotel Dnipro
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© Stefan Leuthe