Von Amritsar nach Manali

 

Hatte mir für heute offen gelassen wie weit ich fahre. Nach Manali sind es immerhin 400km und das kann evtl. auch zu weit sein bei den Straßenverhältnissen hier.

 

Die ersten 100 km waren dann Indische Landstraße. Immer wieder Orschaften und kleinere Städte. War aber erstaunt dass der Verkehr relativ flüssig lief und ich ganz gut durchgekommen bin. Also da hatte ich schon schlimmeres erlebt.

 

Dann gings aufwärts. Zuerst so eine Art Mittelgebirge. Die Straßen waren größtenteils ganz ok.

Bin mir vorgekommen wie im Regenwald. Schwül, dunstig und immer wieder Affen am Straßenrand. Natürlich auch die heiligen Kühe. Auf die muss man besonders aufpassen, denn die machen was sie wollen.

 

So ca. 50km vor Mandi wurde es dann schon beschwerlicher. Zum einen fing es leicht an zu regenen, zum andren musste ich mich durch enge Pass-Straßen zwängen. Die waren gerade so breit asphaltiert das ein LKW Platz hat. Da heißt es vor jeder Kurve bremsbereit sein, da die LKW´s und vor allem die Busse keine Rücksicht auf irgendetwas nehmen.

Oft gings daher nur im Schritttempo voran, was mich sehr viel Zeit gekostet hat.

 

Als ich endlich in Manli ankam, sind es nur noch 100 km bis Manali. Es war erst 15 Uhr und so beschloss ich doch noch weiter zu fahren.

War ein Fehler.

 

Die ersten 50km waren traumhaft schön (trotz leichtem Regen).

Immer wieder herrliche Bergwelt und tolle, kurvenreiche Straßen. Das gibts bei uns sicherlich auch, aber hier ist die Atmosphäre einfach komplett anderst.

Dann wirds  aber echt heftig.

Wusste gar nicht das der Manali-Leh Highway schon vor Manali anfängt.

Regen, immer wieder schlechte Straßenabschnitte mit Schlamm, Steinen und Schlaglöchern und dazwischen immer wieder gedränge in den Ortschaften.

Meißtens nur Schritttempo möglich.

 

Wirklich das übelste was ich fahrtechnisch bisher erlebt habe.

 

Jedenfalls wars schon dunkel als ich noch 10 km vor Manali war. Durch die Schlammdurchfahrten war mein Scheinwerfer so gut wie blind. Da ich das Schutzgitter dran hab, geht auch nix mit reinigen. Das Visir konnte ich auch nicht mehr benutzen.

Musste warten bis ein Auto oder Motorrad vorbei fuhr, bei dem ich mich hinten anhängen konnte.

So gings also im Blindflug nach Manali.

Das Hotel, das Anand mir vermittelt hat liegt auch etwas versteckt, so dass ich mich noch ewig nach dem Weg durchfragen musste. Ein mal wurde ich auch in die falsche Richtung geschickt, aber das ist hier nichts ungewöhnliches. Die Inder sind so freundlich und zeigen dir immer den Weg, auch wenn sie ihn gar nicht kennen.

 

So gegen halb acht war ich dann doch am Ziel. Das Hotel ist sehr schön. Hier gibts zudem eine echte Holzofenpizza und Rotwein. Ein Festessen für mich.

 

Morgen ist hier Pause angesagt. Muss einige Sachen am Moped reparieren.

Vor allem ist mir das wichtigste überhaupt hier ausgefallen. Meine Hupe.

Ohne Hupe bist du hier verloren.

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© Stefan Leuthe